Unser Körper besteht aus Millionen Zellen, die in Gruppen gebündelt unsere Organe wie z.B. Lungen, Gehirn, Herz und Nieren bilden. Krebs ist eine Krankheit, die in unseren Zellen beginnt. Die Erbinformation (Gene) in der jeweiligen Zelle bringt diese dazu sich zu teilen, zu wachsen, ihre Funktionen auszuüben und abzusterben. Normalerweise sind die Befehle hierfür klar und werden von den Zellen befolgt, und wir bleiben gesund. Manchmal aber gibt es Fehler in der Nachrichtenübermittlung, wodurch sich die Zellen dann abnormal verhalten. Nach einiger Zeit kann es durch eine Gruppe abnormaler Zellen zur Bildung von Knoten oder Tumoren kommen.
Tumoren können gutartig (nicht-krebsartig) oder bösartig (krebsartig) sein. Gutartige Tumorzellen bleiben im Körper an ihrem Entstehungsort und sind normalerweise nicht lebensbedrohlich. Bösartige Tumorzellen können in umliegende Gewebe eindringen und sich auf andere Körperregionen ausbreiten, d.h. es bilden sich Ableger (Metastasen). Diese Metastasenbildung kann in fast allen Teilen des Körpers vorkommen.
Heutige Krebstherapien beinhalten Chemotherapie, Radiotherapie, ablative und chirurgische Therapien. Diese können einzeln oder kombiniert angewendet werden.
Bei der Geburt bringen Sie eine begrenzte Anzahl Eizellen in Ihren Eierstöcken mit. Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Eizell-Vorrat beständig ab. Bei der Krebsbehandlung werden möglicherweise auch einige Eizellen geschädigt oder zerstört. Da keine neuen Eizellen gebildet werden, kann dieser Verlust an Eizellen Unfruchtbarkeit und vorzeitige Menopause nach sich ziehen.
Dies bedeutet, dass keine Eizellen mehr heranreifen und somit keine Ovulation mehr erfolgt, oder dass andere Umstände das Entstehen oder Austragen einer Schwangerschaft verhindern.
Von vorzeitiger Menopause spricht man, wenn sie vor dem 40. Lebensjahr eintritt. Einige Frauen gelangen sofort nach der Krebstherapie in die Menopause und sind somit unfruchtbar, andere Frauen haben wieder eine Periode und sind fruchtbar. Aber selbst wenn Ihre Periode zurückkehrt, sind möglicherweise die Eizellen geschädigt, und es könnte zu einer frühzeitigen Menopause kommen.
Verschiedene Krebstherapien beeinträchtigen den Körper auf verschiedene Weise. Chemotherapie, Radiotherapie und Chirurgie können die an der Fortpflanzung beteiligten Organe betreffen. Generell gilt: je höher die Dosis und je länger die Behandlung, desto höher das Risiko von Fruchtbarkeitsproblemen. Ihr Alter, die Art der Medikamente, der Ort der Strahleneinwirkung und andere Faktoren können Ihr Risiko beeinflussen.
Eine Chemotherpaie bringt sich teilende Zellen, einschliesslich Eizellen, sehr schnell zum Absterben. Insbesondere bei einer Medikamentengruppe mit alkalinisierenden Wirkstoffen ist eine Beeinträchtigung von Eizellen und Eierstockfunktion sehr wahrscheinlich. Cyclophosphamid, eines der häufigsten Medikamente, die in der Behandlung von Brustkrebs eingesetzt werden, gehört zu dieser Wirkstoffgruppe.
Eine Radiotherapie kann die Eizellen und die Fortpflanzungsorgane beeinträchtigen, die am Zielort der Bestrahlung oder in der Nähe davon liegen. Eine Bestrahlung der Eierstöcke z.B. oder einer benachbarten Stelle kann Unfruchtbarkeit auslösen. Eine Bestrahlung der Hypophyse oder der Hormon-produzierenden Areale des Gehirns kann auch Unfruchtbarkeit hervorrufen, wenn die normale Hormonproduktion gestört wird. Knochenmarks- und Stammzelltransplantation gehen einher mit einer hoch dosierten Chemo- und/oder Radiotherapie. Diese Behandlungen beinhalten ein hohes Risiko auf eine Unfruchtbarkeit.
Ein chirurgischer Eingriff, wobei Teile der Fortpflanzungsorgane bis hin zur Totaloperation entfernt werden, kann ebenfalls Unfruchtbarkeit verursachen.
Eine Krebstherapien können Unfruchtbarkeit bedingen, aber nicht alle werden dies auch tun. Diese Unsicherheit, ob Sie nach der Behandlung noch fruchtbar sein werden, lässt in Ihnen möglicherweise den Wunsch entstehen, etwas für Ihre Fruchtbarkeit zu tun, ehe die Behandlung beginnt.